Presse 2021



Auf Vogelsafari im Fischereihafen

Von Thomas Sassen

Mittwoch, 03. Februar 2021 Auf Vogelsafari im Fischereihafen Von Thomas Sassen Cuxhaven. Die bei uns normalerweise sehr seltene Polarmöwe versetzt seit ein paar Tagen die hiesigen Vogelfreunde in helle Aufregung. Heimisch ist die Möwenart in den Polarregionen und im südlichen Grönland. Aber in diesem Winter sind einige Exemplare in Cuxhaven und Umgebung gesichtet worden. Eine Sensation für die Vogelfreunde. Einer, der in den vergangenen Tagen regelmäßig mit seiner großen Spiegelreflexkamera im Neuen Fischereihafen von Cuxhaven anzutreffen war, ist Pierre Schulz. Der 44-jährige Soldat und Fluglotse ist vernarrt in die Fotografie von Vögeln und seltenen Wildtieren. Cuxhaven mit der Küstenregion und der vorgelagerten Insel Helgoland bieten daher paradiesische Bedingungen für sein Hobby. Schulz stammt ursprünglich aus Zittau, wuchs in Thüringen auf und machte schließlich in Hessen sein Abitur. Durch den damals noch verpflichtenden Grundwehrdienst kam Schulz vor 25 Jahren zur Bundeswehr, wurde Berufssoldat und ist inzwischen Fluglotse beim Marienefliegerstützpunkt in Nordholz. Vorher war er im bayerischen Landsberg am Lech stationiert. Zur Fotografie kam Schulz durch Auslandseinsätze mit der Bundeswehr. So dokumentierte er unter anderem seine Erlebnisse in Afghanistan. Da er schon seit Kindertagen gerne in der Natur unterwegs war, drängte sich die Naturfotografie geradezu auf. „Inzwischen beschäftige ich mich seit fast fünf Jahren mit den gefiederten Freunden“, lächelt Schulz. Anfangs mit den ersten Fotohandys und jetzt mit einer professionellen Kameraausrüstung, wie sie auf dem Foto zu sehen ist. Seinen Wechsel von Bayern an die Küste hat der Ornithologe nicht bereut. „Die Artenvielfalt im Landkreis Cuxhaven ist atemberaubend“, freut sich Schulz. Gerade zu den Vogelzugzeiten im Frühjahr und im Herbst rasteten viele Arten an der Küste. Aber auch in der Brutzeit gebe es, durch die vielen verschiedenen Lebensräume zahlreiche Vogelarten zu beobachten und abzulichten. Im Winter seien zwar naturgemäß nicht so viele Arten vorhanden. Aber auch einige, die es nur um Winter bei uns gebe, da diese aus meist nördlicheren Regionen hier überwintern. Eine kleine Sensation So auch die Polarmöwe. Sie sei ein sehr seltener Gast in Deutschland. „Die Brutverbreitung der Polarmöwe erstreckt sich im Bereich der Niederarktis in zerstreuten Kolonien über das südliche Grönland und Teile des nordöstlichen Kanadas. Die meisten Polarmöwen überwintern im südlichen Grönland. Vögel der Ostküste ziehen aber meist weiter, und sind dann häufig im nördlicheren Island zu finden. Ein kleiner Teil überwintert auch im Norden der Britischen Inseln. Seltener gelangt die Art auch nach Norwegen, Nord- und Westeuropa. So auch dieser Irrgast in Cuxhaven“, weiß Schulz zu berichten. Vor gut einem Jahr sei er durch das Fotografieren mit anderen Vogel- und Fotografiebegeisterten aus dem Landkreis in Kontakt gekommen. „Gewöhnlich bin ich allein unterwegs, um einfach die Ruhe zu genießen und die Chancen zu erhöhen, bestimmte Arten vor die Linse zu bekommen“, erzählt der Naturfreund. Durch die vielen Vogelfreunde, darunter langjährige Experten ihres Faches, lerne er aber stetig dazu. „Allerbesten Dank an alle, von denen ich lernen darf“, ergänzt Schulz. Durch dieses Netzwerk erfahre er auch, wenn ein seltener Vogel im Landkreis gesichtet wurde. Dank dieses Netzwerks habe er schon ein paar sehr schöne Aufnahmen machen können. Die Vogelwelt biete so viel Abwechslung. Allein schon durch die vielen Arten. Aber auch durch die Unterschiede im Federkleid bei Männlein, Weiblein, Küken und Jungvögeln. Dazu kommen noch Sommergefieder, 

Wintergefieder und verschiedene Mauserstufen dazwischen. Speziell bei den Möwen kämen verschiedene Gefieder dazu, bis sie erwachsen seien, was bei einigen Arten bis zu vier Jahren dauere. Und aus Sicht des Fotografen gibt es immer wieder neue Motive durch Tageszeit, Jahreszeit, Wetter und so weiter. Allzu gerne würde er in der bevorstehenden Vogelflugzeit nach Helgoland übersetzen und dort einige Tage verbringen, was die CoronaSchutzmaßnahmen in diesem Jahr aber 


sicherlich verhindern werden, befürchtet der Soldat. Schulz tröstet sich derweil mit den gängigen Vogelarten wie Meisen, Spatzen, Drosseln und Möwen, die ihn nach wie vor begeistern. Seine Instagram-Seite @raccooneye_pictures dient Schulz als Schaufenster seines Schaffens. Sein Ziel: Alle Vogelarten, die man in Deutschland finden kann, auch in Deutschland zu fotografieren. „Bis jetzt habe ich schon fast 300 Arten und Unterarten beobachten und fotografieren können“, so Schulz, aber es gebe noch so viel mehr. Bei seinem Hobby werde er also noch sehr viel Zeit, Geduld und noch mehr Glück brauchen. Schulz: „Es bleibt also spannend bei den Safaris im Vogelparadies Deutschland!“

Auf der Jagd mit dem Teleobjektiv versteckt sich Pierre Schulz stundenlang (teilweise ca. 9 Stunden am Tag) in seinem der Natur angepassten Versteck. Das Versteck ist deshalb so angepasst, damit keine Art gestört wird. Zu beachten sind hierbei auch die Gezeiten Ebbe und Flut. So entstehen mit viel Zeitaufwand wunderschöne Vogelbilder, zusehen auf Instagram.

 

 

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