Vergleich 2017 bis 2021 für die Revierpaare

Samstag, 25. Juni 2022 

 

NABU will Moor restaurieren Wanna 

In der kontrovers geführten Debatte um den geplanten Torfabbau im Ahlenmoor gibt es eine überraschende Wendung: Die Naturschutzorganisation NABU will die Fläche, auf der das Substratunternehmen Gramoflor Torf abbauen wollte, übernehmen und restaurieren. Rund 200 Hektar sollen wieder zu einem wachsenden Hochmoor werden. Der NABU spricht von einer „europaweit einzigartigen“ Moor-Restaurierung. Der NABU arbeite dabei eng mit Akteuren vor Ort zusammen, um mit diesem „beispielhaften Flächenprojekt“ einen Weg für mehr Klima- und Naturschutz aufzuzeigen, teilt die Organisation in einer Presseinformation mit. Hintergrund: Lebendige Moore sind wahre Klimaschützer. Diese Erkenntnis ist in den vergangenen Jahren in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Denn diese einzigartigen Ökosysteme haben sich weltweit in Jahrtausenden zu den größten Kohlenstoffspeichern an Land entwickelt. Das gilt auch für die Landschaften im Elbe-Weser-Dreieck – allerdings nur, solange die Moore ihren natürlichen Wasserhaushalt behalten. Die Forschung habe deutlich gezeigt, dass trockengelegte Moore wahre CO2-Schleudern seien, so der NABU. Sie emittieren bis zu 45 Tonnen CO2-Äquivalente pro Hektar und Jahr. In Niedersachsen sind drainierte Moorböden der größte Einzelfaktor der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen. Damit steht die Wiedervernässung ehemaliger Moore weit oben auf der klimapolitischen Agenda. „Die in Ahlenmoor, dem größten Hochmoor im Cuxland, jetzt gefundene Lösung ist einer glücklichen Kooperation vieler Beteiligter in der Region zu verdanken“, informiert der NABU. BUND lehnte das Projekt ab Die Pläne des Unternehmens Gramoflor (Vechta), Flächen im Ahlenmoor zu erwerben und für den Torfabbau zu nutzen, waren im Jahr 2018 bekannt geworden und hatten für Aufsehen gesorgt. Der BUND forderte in einer Resolution den Landkreis Cuxhaven, den Kreistag und auch die Landesregierung auf, das Vorhaben zu stoppen. Der NABU sah das Projekt weniger kritisch und erklärte, sich unter bestimmten Bedingungen hinter das Vorhaben zu stellen. Jetzt die überraschende Entwicklung: Auf Initiative des NABU und anderer Beteiligter will sich Gramoflor für „eine wegweisende innovative Lösung“ einsetzen. Der landwirtschaftlich mit Nährstoffen und moorfremden Pflanzen belastete Oberboden soll nach engmaschigen Messungen schonend abgetragen und der dann zu Tage tretende Moorkörper mit heute seltenen, eigens herangezüchteten heimischen Torfmoosen und hochmoortypischen Begleitpflanzen wie Rosmarinheide, Moosbeere und Sonnentau „beimpft“ werden, erklärt der NABU. „Hierbei kommt dem Projekt das Wissen zugute, das Gramoflor gemeinsam mit der Stiftung Lebensraum Moor und dem Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in von der DBU über sieben Jahre hinweg geförderten Forschungen zur Vermehrung und Wiederansiedlung von Bulttorfmoosen gewinnen konnte“, heißt es in der Pressemitteilung der Umweltschutzorganisation. Die gezielte Einbringung der moortypischen Vegetation aktiviere die Regeneration der ehemaligen Nutzflächen und beschleunige so die Wiederherstellung eines zusammenhängenden lebenden Hochmoores. Gleich zu Beginn der Maßnahmen sollen Entwässerungsgräben so weit wie möglich aufgefüllt werden, damit der Torfkörper wieder Nässe aufnehmen kann und so der riesige Kohlenstoffspeicher im Ahlenmoor langfristig gesichert ist. Der Beginn der Restaurierung wird – nach Erteilung der entsprechenden behördlichen Genehmigungen – für 2023 angestrebt. „Sollte alles wie von uns erhofft laufen, wäre die Wiederherstellung eines lebenden Hochmoors auf einer so riesigen Nutzfläche die erste Maßnahme dieser Art überhaupt in diesem Maßstab“, sagt Felix Grützmacher, Moorschutzexperte des NABU. Finanziert wird das ambitionierte Projekt aus dem im April 2022 gegründeten NABUKlimaschutzfonds. (man/red)



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