update Samstag, 10. Juli 2021

Rekordzahlen an Vogelklippen

Brutsaison

 

HELGOLAND. Jetzt stehen die Zahlen der Brutvögel an Helgolands Vogelklippen fest. Die Brutsaison 2021 weist bei zwei Felsenbrütern Rekorde auf. Aber es gibt auch Schattenseiten.

Ein Rekordjahr ist es für die Namensgeber des Naturschutzgebietes Lummenfelsen. Von 4.243 auf 4.726 stieg die Zahl der Trottellummen-Paare. Neuer Rekord auch bei den Basstölpeln: Eine Steigerung von 1.289 auf 1.458 Paare wurde im Vergleich zum Vorjahr registriert. Die Anzahl der Tordalke bleibt konstant hoch, sie stieg leicht von 78 auf 84 Paare. Aber es gibt auch Verlierer: So zählten die Ornithologen weitere Rückgänge von 31 auf 25 Paare beim Eissturmvogel sowie bei den Dreizehenmöwen von 3.695 auf 3.195 Paare. Quelle der aktuellen Zahlen ist das Institut für Vogelforschung. Der Helgoländer Lummenfelsen wird betreut vom Verein Jordsand. Der Helgoländer Lummenfelsen ist mit rund 1,1 Hektar seit 1964 das kleinste Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteins und eines der kleinsten in ganz Deutschland. Es liegt auf der Westseite der Insel, wo es eingebettet in die Westklippe ist. Der betreffende Klippenabschnitt ist circa 220 Meter lang und 50 Meter hoch. Bekannt ist der Lummenfelsen vor allem dafür, dass er für die fünf Hochseevogelarten Trottellumme, Basstölpel, Dreizehenmöwe, Eissturmvogel und Tordalk eine einmalige Brutlandschaft in Deutschland bietet. (wip)


Basstölpel (Morus bassanus)

 

Der Brutbestand des Basstölpels nimmt seit der Erstbesiedelung im Jahre 1991 stetig zu. Auch 2020 wurde mit 1.298 Brutpaaren wiederrum ein neuer Höchstbestand erfasst. Interessant zu beobachten ist, dass inzwischen auch die Nordspitze besiedelt wird und die Tiere an der Westklippe und am Lummenfelsen seit 2018 nur noch ca. 20 cm hinter dem Klippenrandweg in unmittelbarer Menschennähe ihre Nester bauen. Dies spiegelt den globalen Trend der Bestandsentwicklung dieser Art wider.

 

Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla)

 

Die negative Entwicklung der Dreizehenmöwen-Bestände innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich auf Helgoland in einer Halbierung der Brutpaarzahlen von 2010 im Jahr 2018 niedergeschlagen. Im Jahr 2020 setzte sich der negative Trend fort und es brüteten nur noch 3.695 Paare in den Klippen. Dies spiegelt den globalen Trend der Bestandsentwicklung dieser Art wieder.

 

Tordalk (Alca torda)

 

Der Tordalk brütet nur in geringer Zahl in den Helgoländer Klippen. Im Mittel der Jahre 2010 - 2018 lag der Bestand bei ca. 43 Brutpaaren, mit zunehmender Tendenz. In 2020 blieb die Brutpaarzahl mit 78 Brutpaaren auf einem konstant hohen Niveau. Dies spiegelt den globalen Trend der Bestandsentwicklung dieser Art wieder.

Eissturmvogel (Fulmarus glacialis)

 

Der Brutbestand des Eissturmvogels hat im letzten Jahrzehnt kontinuierlich abgenommen. Nachdem sich im Zeitraum von 2016-2018 eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau bei knapp über 50 Brutpaare  andeutete, sank die Brutpaarzahl im Jahr 2019 auf lediglich 38 Paare. Im Jahr 2020 sank der Bestand weiter, und nur noch 31 Brutpaare brüteten in den Helgoländer Klippen. Dies spiegelt den globalen Trend dieser Art wieder.

Trottellumme (Uria aalge)

 

Nachdem im verkürzten Zeitraum von 2010 – 2018 bei relativer Konstanz der Brutpaarzahlen durchschnittlich 2.884 Paare kartiert wurden, konnten 2019 erstmals über 4.000 Brutpaare (4.051) der Trottellumme in den Brutfelsen erfasst werden. Damit erreichte der Bestand dieser Alkenart ein neues Rekordhoch, gleichzeitig brüteten seit der Wiederansiedlung der Felsen durch die Dreizehenmöwe erstmals mehr Trottellummen als Dreizehenmöwen auf Helgoland. Auch das Jahr 2020 war wieder ein Rekordjahr für die Trottellumme mit 4.243 Brutpaaren. Auch die Entwicklung des Trottellummenbestandes spiegelt den globalen Trend der Bestandsentwicklung dieser Art wieder.

Wir danken herzlichst Elmar Ballstaedt für die Bereitstellung der Daten

 

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der Seevögel und der Natur e. V.
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